FAQ Wärmepumpen

Heizen mit Wärmepumpen ist beliebt wie nie zuvor. Dieses effiziente, zukunftssichere Heizsystem wirft aber auch Fragen auf. Lesen Sie hier alles Wichtige zum Thema "Heizen mit Wärmepumpe".


Gemeinsam planen wir das perfekte Heizsystem für Ihr Zuhause. | © Rido - Fotolia

Wärmepumpen arbeiten alle nach demselben Prinzip, das umgekehrt zu dem eines Kühlschranks funktioniert. D. h. über den Kältemittelkreislauf wird der Umgebung die Wärme entzogen und an die Wärmepumpe abgegeben. Die Wärmepumpe bringt diese Energie mit Hilfe eines Verdichters auf ein noch höheres Temperaturniveau. Die so entstehende Wärme kann dann zum Heizen und zum Erwärmen des Brauchwassers genutzt werden.

Mit modernen Wärmepumpen können aus 1 kW elektrischer Antriebsenergie 4-5 kW Heizenergie erzeugt werden. Die entsprechende Kennzahl ist der COP-Wert, er gibt das Verhältnis von Energiegewinn zum Energieeinsatz (Strom) an. Einfacher ausgedrückt: Das 4- bis 5-fache der eingesetzten Energie ist als Wärme nutzbar.

Um diese Frage korrekt zu beantworten, müssen in jedem Fall sämtliche Anschaffungs- UND Betriebskosten berücksichtigt werden. Denn während die Investitionskosten für eine Wärmepumpe relativ hoch sind, überzeugen die Geräte mit einem besonders effizienten Betrieb und damit geringen Heizkosten. Seien Sie sicher: Ihre Wärmepumpe macht sich schon nach wenigen Jahren bezahlt – in Kombination mit einer Photovoltaik sogar noch schneller, denn dann erzeugen Sie den Strom für den Betrieb der Wärmepumpe ganz einfach selber.

Speziell im Neubau ist eine Wärmepumpe die günstigste Lösung in Hinblick auf die Gesamtkosten. Sie brauchen weder Kamin noch Gasanschluss. Es fallen auch keinerlei Kosten für den Brennstoff oder dessen Lagerung an. Ist die Wärmequelle einmal erschlossen, liefert sie dauerfhaft und kostenlos Energie für Ihre Wärmepumpenheizung. 

Die Lebensdauer einer Wärmepumpe ist vergleichbar mit der eines qualitativ hochwertigen Heizkessels. Durschnittlich kommen Wärmepumpen auf 15 bis 20 Betriebsjahre. Die tatsächliche Lebensdauer hängt von den Betriebsstunden und regelmäßigen Wartungsintervallen ab – ganz ähnlich wie bei Ihrem Pkw.

Im Vergleich zu Gas- und Biomasseheizungen sind Wärmepumpen äußerst wartungsarm. Eine regelmäßige Wartung ist dennoch empfehlenswert. Das Gerät wird fachmännisch überprüft und alle Einstellungen auf maximale Effizienz optimiert. Die Lebensdauer Ihrer Wärmepumpe wird verlängert und Energiekosten werden eingespart. Bei Luft-Wärmepumpen ist eine regelmäßige Überprüfung des Kältemittelkreislaufs gesetzlich sogar vorgeschreiben.

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Denn entscheidend hierfür sind in erster Linie Ihre persönlichen Ansprüche und die Gegebenheiten vor Ort. Welches Wärmepumpen-System für Sie das richtige ist, entscheidet sich im Vergleich der einzelnen Systeme.

Erde

Erd- oder Sole-Wärmpumpen liefern – bei guten Voraussetzungen – die besten Jahresarbeitszahlen und arbeiten sehr effizient. Um die Wärmequelle zu erschließen, ist allerdings mit recht aufwendigen und mitunter kostspieligen Erdbauarbeiten zu rechnen. Oft ist bei Erdbohrungen auch eine Genehmigung der Wasserbehörde erforderlich. Horizontal verlegte Erdwärme-Kollektoren haben einen enormen Platzbedarf.

Wasser

Wasser-Wasser-Wärmepumpen überzeugen ebenfalls mit höchsten Leistungszahlen. Das liegt daran, dass Grundwasser, verglichen mit den anderen Quellen, das durschnittlich höchste Temperaturniveau besitzt. Grundwasserpumpen müssen jedoch behördlich bewilligt werden und es ist eine Probebohrung zur Erhebung der Wasserqualität und -menge notwendig.
 

Luft

Umgebungsluft steht als einzige Energiequelle komplett kostenfrei zur Verfügung. Auch die Erschließungskosten und der Platzbedarf sind für eine Luftwärmepumpe am geringsten. Verglichen mit Erd- bzw. Wasserwärmepumpen werden hier aber auch die geringsten Jahresarbeitszahlen erreicht. 

 

Der COP-Wert wird – im Gegensatz zur JAZ – unter festdefinierten Normbedingungen ermittelt und bezieht sich ausschließlich auf die Wärmepumpe. Wollen Sie zwei verschiedene Fabrikate miteinander vergleichen – greifen Sie am Besten auf den COP-Wert zurück. Mit dieser Zahl können Sie die besten Rückschlusse auf die Effizienz des Gerätes schließen.

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt Auskunft über die Effizienz der Wärmepumpe. Sie beziffert das Verhältnis zwischen zugeführter Energie (Strom) und erzeugter Wärme im Verlauf eines Jahres. Während der COP eine Momentaufnahme ist, fließen in die JAZ die Gewinne und Verbräuche eines ganzen Jahres ein. Umso höher die Jahresarbeitszahl desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. 

Die Lautstärke einer Wärmepumpe ist je nach Modell unterschiedlich. Ein besonderes Augenmerk sollte auf den Schallleistungspegel gelegt werden. Anhand dessen Angaben können die Wärmepumpen miteinander verglichen werden. Unsere Wärmepumpen liegen zwischen 42-74 dB(A). Der untere Bereich wird hierbei von kleineren Leistungen und der obere Bereich von Industrieanlagen abgedeckt. Zusätzlich können noch weitere Präventionsmaßnahmen, wie Schallhauben, Schallschutzwände und die richtige Projektierung dabei helfen, die Lautstärke zu reduzieren.

Wärmepumpen-Heizungen sind im Neubau nicht mehr wegzudenken. Auch das Sanieren mit Wärmepumpe ist unter bestimmten Voraussetzungen durchaus rentabel. Ist das Haus gut gedämmt und das Heizsystem für eine Wärmepumpe (Stichwort "Vorlauftemperaturen") geeignet, spricht nichts gegen den Einsatz dieses klimafreundlichen Heizsystems. Folgende Fragen sind auf jeden Fall zu beachten:

  • Wie hoch ist die Heizlast des Gebäudes und kann die gewählte Wärmepumpe diese abdecken?
  • Ist ausreichend Platz für die Installation der Wärmepumpe und/oder das Erschließen der Wärmequelle vorhanden?
  • Ist das vorhandene Verteilsystem geeignet für den Betrieb einer Wärmepumpe? Der effizienteste Betrieb ist mit einer Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung) realisierbar, da hier nur sehr geringe Vorlauftemperaturen erforderlich sind.

Grundsätzlich sind Kältemittel mit Umsicht zu verwenden. Das Hantieren mit Kältemittel darf nur durch geeignetes Fachpersonal erfolgen. Das zur Zeit am weitesten verbreitete Kältemittel auf dem österreichischen Markt ist das R410A, welches in den bösch Wärmepumpen verwendet wird. Der Markt befindet sich gerade im Umbruch und es ist im Moment noch schwer abzusehen, in welche Richtung er sich weiter entwickeln wird.

Für den Einsatz einer Wärmepumpe kann in Österreich bei verschiedenen Institutionen eine Förderung beantragt werden. Sowohl der Bund als auch die Länder gewähren Fördermittel in unterschiedlicher Höhe. Auch die Voraussetzungen, die zum Erhalt einer Förderung notwendig sind, variieren. Hier finden Sie eine Übersicht der Fördermöglichkeiten.